Innovationsmanagement lernt man gut durch schlechte Beispiele. Ein berühmtes ist die Korundaffäre. Dies ist eine wahre Geschichte.
Hersteller von Mobiltelefonen träumen seit langem von kratzfesten Displays. So ein Display kann nicht aus Glas sein, sondern muss aus Korund sein. Weil Korund so schlecht klingt, nennen es Topmanager Saphir. Saphir ist aber blau, Korund durchsichtig. Es handelt sich immer um Einkristalle aus Al2O3 - Aluminiumoxid - mit oder ohne Verunreinigungen, die die Farbe erzeugen.
Ein großer Handyhersteller aus Kalifornien suchte daher einen Lieferanten, der sehr viele Scheiben aus Korund liefern könnte, genug für jedes neue Handy. Man fand auch einen, sogar ganz in der Nähe der Zentrale, ebenfalls in Kalifornien. Der Lieferant machte etwa 50 Millionen Dollar Umsatz im Jahr, und wurde gefragt, ob er genug Korundscheiben für Mobiltelephone herstellen könne. Die Verantwortlichen dachten etwas nach und antworteten: "Ja, aber wir brauchen 500 Mio Dollar". Der Handyhersteller dachte auch etwas nach, und antwortete: "Einverstanden, legt los, wir haben es eilig."
Der Lieferant investierte das Geld in Maschinen und in eine neue Fabrik. Gleichzeitig drängte der Handyhersteller den Lieferanten einen sehr einseitigen Vertrag auf, mit dem der Lieferant nie Gewinn machen würde. Der Lieferant baute unter anderem eine sehr wichtige Prototypmaschine, die einige (!) Korundscheiben pro Stunde herstellen konnte, dafür aber viele (!) Millionen Dollar kostete.
Kurz vor dem Start der Vorserienfertigung beantragte der Lieferant in 2014 die Insolvenz. Einige hundert Mitarbeiter verloren Ihre Arbeit, und die 500 Millionen des Handyherstellers waren weg. Eine Massenfertigung von Handys mit Korundscheiben gibt es immer noch nicht.
Die Moral dieser Geschichte:
Beim Handyhersteller war es wichtiger, den Lieferanten in die Ecke zu drängen, als die technischen Risiken zu evaluieren und die Probleme zu lösen. Die Verhandlungen waren aus Sicht des Handyherstellers erfolgreich; das Erfolgserlebnis bei der Verhandlung war wichtiger als die Realität und deren Schwierigkeiten geworden. Machogehabe killt Innovation - und kostet Geld.
Hersteller von Mobiltelefonen träumen seit langem von kratzfesten Displays. So ein Display kann nicht aus Glas sein, sondern muss aus Korund sein. Weil Korund so schlecht klingt, nennen es Topmanager Saphir. Saphir ist aber blau, Korund durchsichtig. Es handelt sich immer um Einkristalle aus Al2O3 - Aluminiumoxid - mit oder ohne Verunreinigungen, die die Farbe erzeugen.
Ein großer Handyhersteller aus Kalifornien suchte daher einen Lieferanten, der sehr viele Scheiben aus Korund liefern könnte, genug für jedes neue Handy. Man fand auch einen, sogar ganz in der Nähe der Zentrale, ebenfalls in Kalifornien. Der Lieferant machte etwa 50 Millionen Dollar Umsatz im Jahr, und wurde gefragt, ob er genug Korundscheiben für Mobiltelephone herstellen könne. Die Verantwortlichen dachten etwas nach und antworteten: "Ja, aber wir brauchen 500 Mio Dollar". Der Handyhersteller dachte auch etwas nach, und antwortete: "Einverstanden, legt los, wir haben es eilig."
Der Lieferant investierte das Geld in Maschinen und in eine neue Fabrik. Gleichzeitig drängte der Handyhersteller den Lieferanten einen sehr einseitigen Vertrag auf, mit dem der Lieferant nie Gewinn machen würde. Der Lieferant baute unter anderem eine sehr wichtige Prototypmaschine, die einige (!) Korundscheiben pro Stunde herstellen konnte, dafür aber viele (!) Millionen Dollar kostete.
Kurz vor dem Start der Vorserienfertigung beantragte der Lieferant in 2014 die Insolvenz. Einige hundert Mitarbeiter verloren Ihre Arbeit, und die 500 Millionen des Handyherstellers waren weg. Eine Massenfertigung von Handys mit Korundscheiben gibt es immer noch nicht.
Die Moral dieser Geschichte:
Beim Handyhersteller war es wichtiger, den Lieferanten in die Ecke zu drängen, als die technischen Risiken zu evaluieren und die Probleme zu lösen. Die Verhandlungen waren aus Sicht des Handyherstellers erfolgreich; das Erfolgserlebnis bei der Verhandlung war wichtiger als die Realität und deren Schwierigkeiten geworden. Machogehabe killt Innovation - und kostet Geld.
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